Lechuza Classico 21 oder Cubico 22: Flach oder hoch, und was das Reservoir hergibt?

Zwei Pflanzgefäße derselben Marke mit demselben Bewässerungssystem, derselben Grundfläche von zweiundzwanzig mal zweiundzwanzig Zentimetern und demselben Wasserstandsanzeiger. Der Unterschied ist die Bauhöhe: zwanzig Zentimeter beim einen, einundvierzig beim anderen. Daran hängt, wie lange das Reservoir reicht und ob das Gefäß bei einer hohen Pflanze noch sicher steht.
Wer erst noch sortiert, welche Bauart überhaupt in Frage kommt, findet den Überblick bei den Töpfen mit Wasserreservoir. Hier stehen die beiden Lechuza-Baureihen mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Das flache Classico für Pflanzen, die in die Breite gehen, für Fensterbank und Regal und überall dort, wo Höhe stört
- Das hohe Cubico für Bodenaufstellung neben dem Sofa, für Ficus, Strelitzie und alles, was Standhöhe braucht, mit mehr als dem doppelten Wasserspeicher
- Der Wurzelraum unterscheidet sich kaumfünf gegen sechs Liter, obwohl das eine doppelt so hoch baut
Die zwei Kandidaten
Classico Color 21
Die flache Schale
Cubico Color 22
Die hohe Säule
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Classico Color 21 | Cubico Color 22 |
|---|---|---|
| Maße | 22 × 22 × 20 cm | 22 × 22 × 41 cm |
| Pflanzvolumen | 5 l | 6 l |
| Wasserspeicher | 0,8 l | 2,0 l |
| Pflanzeinsatz | keine Angabe | herausnehmbar, 18,5 × 18,5 cm |
| Griffe am Einsatz | keine Angabe | versenkbar |
| Wasserstandsanzeiger | ja | ja |
| Bodenschraube für Regenwasser | ja | ja |
| Substrat im Lieferumfang | LECHUZA-PON | LECHUZA-PON |
| Kippsicherheit | hoch, flache Bauform | geringer, hohe Bauform |
| Gewicht leer | rund 1,0 kg | rund 2,7 kg |
| Innen und außen | ja | ja |
| Fertigung | Deutschland | Deutschland |
| Modell | 13184 | 13164 |
Werte nach den Angaben von Lechuza zu beiden Modellen. Die Gewichte stammen aus den Angaben des Handels und sind gerundet. Die Zeile zur Kippsicherheit folgt aus den Maßen und ist keine Herstellerangabe. Beim Classico Color ist im Lieferumfang kein separater Pflanzeinsatz genannt; andere Ausführungen derselben Baureihe haben einen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie lange das Reservoir wirklich trägt
Die Rechnung mit dem Wasserverbrauch
Eine mittelgroße Zimmerpflanze in einem Gefäß dieser Größe zieht im Sommer grob hundert bis hundertfünfzig Milliliter am Tag, im Winter deutlich weniger. Diese Spanne ist eine Annahme und hängt an Blattfläche, Licht und Raumluft.
Mit hundertzwanzig Millilitern am Tag gerechnet reichen 0,8 Liter für knapp sieben Tage, zwei Liter für gut sechzehn.
Im Winter halbiert sich der Verbrauch, und aus den sechzehn Tagen werden über vier Wochen.
Praktisch heißt das: Das flache Gefäß braucht im Sommer wöchentliches Nachfüllen, das hohe alle zwei bis drei Wochen. Wer zweimal im Jahr für drei Wochen wegfährt, hat damit die eigentliche Antwort.
Warum die doppelte Höhe kaum mehr Erde bringt
Die Rechnung mit dem Außenvolumen
22 mal 22 mal 20 Zentimeter ergeben rund 9,7 Liter Außenvolumen. Davon entfallen fünf Liter auf das Substrat und 0,8 auf das Wasser, zusammen 5,8 Liter oder rund sechzig Prozent.
Beim hohen Gefäß sind es 22 mal 22 mal 41, also rund 19,8 Liter außen. Substrat und Wasser zusammen kommen auf acht Liter, das sind vierzig Prozent.
Der Rest ist Sockel, Reservoir und Luftraum unter dem Pflanzeinsatz, dessen Innenmaß mit 18,5 mal 18,5 Zentimetern deutlich unter der Außenkante liegt.
Praktisch heißt das: Wer Wurzelraum sucht, kauft nicht Höhe, sondern Durchmesser. Die hohe Bauform ist ein Möbelstück, das die Pflanze auf Augenhöhe bringt, kein größerer Topf.
Ab wann ein hohes Gefäß kippt
Die Rechnung mit dem Schwerpunkt
Ein Gefäß kippt, sobald der Schwerpunkt über die Standkante wandert. Bei elf Zentimetern halber Breite entscheidet also, wie hoch dieser Schwerpunkt liegt.
Beim flachen Gefäß sitzt die Masse bei etwa zehn Zentimetern Höhe. Der kritische Neigungswinkel liegt damit bei rund achtundvierzig Grad.
Beim hohen Gefäß liegt sie eher bei zwanzig Zentimetern, und der Winkel fällt auf knapp dreißig Grad. Kommt eine achtzig Zentimeter hohe Pflanze mit Krone obendrauf, wandert der gemeinsame Schwerpunkt weiter nach oben und der Winkel weiter nach unten.
Praktisch heißt das: Im Haushalt mit Hund, Katze oder Kleinkind ist die hohe Säule mit einer kopflastigen Pflanze ein Risiko. Gegenmittel sind schweres Substrat unten im Gefäß und ein gefülltes Reservoir, denn zwei Liter Wasser ganz unten sind zwei Kilogramm Ballast an der richtigen Stelle.
Wofür welches Gefäß reicht
Ein volles Gefäß dieser Größe wiegt mit feuchtem Substrat und gefülltem Reservoir schnell über zehn Kilogramm. Wer es zum Putzen oder für den Standortwechsel bewegen will, findet die passenden Untersätze bei den Pflanzenrollern für schwere Töpfe. Und wer noch größer plant, sieht sich die Kübel für große Zimmerpflanzen an.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für das flache spricht
- Kippt erst bei sehr starker Neigung
- Rund ein Kilogramm leer, leicht zu tragen
- Fünf Liter Substrat auf voller Breite
- Passt unter Hängeschränke und in Regale
- Geringere Bauhöhe stiehlt der Pflanze keine Wirkung
Für das hohe spricht
- Zwei statt 0,8 Liter Wasserspeicher
- Herausnehmbarer Einsatz mit Griffen
- Ein Liter mehr Pflanzvolumen
- Hebt die Pflanze auf Möbelhöhe
- Reservoir wirkt als Ballast im Sockel
Beide teilen dieselbe Falle, und sie hat mit dem Gefäß nichts zu tun: Das Bewässerungssystem ist für granulares Substrat gebaut. Wer normale Blumenerde einfüllt, bekommt eine dauernasse Schicht über dem Reservoir und in der Folge faulende Wurzeln. Das mitgelieferte PON gehört als Drainageschicht nach unten, und darüber gehört entweder weiteres Granulat oder ein Substrat, das Wasser nach oben leitet, ohne es zu halten.




