COMPO Flüssigdünger oder Düngestäbchen: was für Grünpflanzen besser passt

Zwei Dünger desselben Herstellers für dieselben Pflanzen: Grünpflanzen, Palmen, Farne. Der eine kommt als Flüssigkeit ins Gießwasser, der andere als Stäbchen in die Erde. Beide liefern Haupt- und Spurennährstoffe, aber sie tun es auf grundverschiedene Weise, und daran hängt, wie oft man sich kümmern muss und wie leicht man etwas falsch machen kann.
Wer erst noch sortiert, welche Sorte Dünger überhaupt in Frage kommt, findet den Überblick bei den Düngern. Hier stehen die beiden COMPO-Darreichungsformen mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Flüssig für alle, die ohnehin regelmäßig gießenDosis frei wählbar, Verteilung gleichmäßig über den ganzen Topf, im Winter einfach reduzieren
- Stäbchen für alle, die es vergesseneinmal gesetzt, drei Monate versorgt, dafür punktuelle Konzentration und keine Korrektur mehr möglich
- Beide sind für Grünpflanzen, Palmen und Farne gedacht, das Stäbchen zusätzlich für Teichpflanzen
Die zwei Kandidaten
COMPO Flüssigdünger
Ins Gießwasser
COMPO Düngestäbchen
In die Erde
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Flüssigdünger | Düngestäbchen |
|---|---|---|
| Darreichung | flüssig ins Gießwasser | fest in die Erde |
| Wirkdauer | je Gießgang | bis zu 3 Monate |
| Dosis nachträglich änderbar | ja | nein |
| Verteilung im Topf | gleichmäßig mit dem Gießwasser | punktuell am Einstichpunkt |
| Nährstoffe | Haupt- und Spurennährstoffe | Haupt- und Spurennährstoffe |
| Besonderheit | extra Kalium und Eisen | natürlicher Seevogel-Guano |
| Auch für Teichpflanzen | keine Angabe | ja |
| Anwendungszeitraum | ganzjährig, Dosis anpassen | März bis Oktober |
| Aufwand je Anwendung | Dosierhilfe, ins Wasser geben | Loch vorbohren, setzen, abdecken |
| Abstand zum Stängel | entfällt | 5 bis 6 cm |
| Packungsgröße | 1 Liter | 30 Stück |
| Lagerung | keine Angabe | trocken, 6 bis 35 °C, vor Sonne schützen |
| Artikelnummer | 14441 | 12064 |
Werte nach den Angaben von COMPO zu beiden Produkten. Für die flüssige Ausführung ist beim mineralischen Produkt keine feste Dosierempfehlung angegeben; die weiter unten gerechneten zehn Milliliter je Gießgang sind eine Annahme, abgeleitet aus der Kennzeichnung der Bio-Ausführung derselben Marke. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie weit eine Packung reicht
Die Rechnung mit der Saison
Die Saison von März bis Oktober umfasst acht Monate, also rund fünfunddreißig Wochen.
Bei zehn Millilitern je Gießkanne enthält ein Liter Flüssigdünger hundert Anwendungen. Wer wöchentlich eine Kanne für seine Pflanzen ansetzt, kommt damit fast drei Saisons weit.
Die Stäbchen halten drei Monate, in acht Monaten braucht es also knapp drei Durchgänge. Bei zwei Stäbchen für einen mittelgroßen Topf ergeben dreißig Stück eine Saison für rund fünf Pflanzen.
Praktisch heißt das: Wer viele Pflanzen hat, kommt mit der Flasche deutlich weiter. Wer drei Töpfe im Wohnzimmer stehen hat, dem reicht eine Packung Stäbchen für ein Jahr, und er muss sich dreimal kümmern statt fünfunddreißigmal.
Warum ein Stäbchen nicht den ganzen Topf düngt
Die Rechnung mit der Wurzelfläche
Das Stäbchen wird fünf bis sechs Zentimeter vom Stängel entfernt gesetzt. Um diesen Punkt herum entsteht eine Zone mit hoher Nährstoffkonzentration, deren Radius bei wenigen Zentimetern liegt.
Ein Topf von zwanzig Zentimetern Durchmesser hat rund 314 Quadratzentimeter Oberfläche. Ein Wirkradius von drei Zentimetern um das Stäbchen deckt davon rund 28 Quadratzentimeter ab, also weniger als ein Zehntel.
Beim Gießen mit gelöstem Dünger verteilt sich die Nährlösung dagegen über den gesamten Querschnitt, weil das Wasser die ganze Fläche durchläuft.
Praktisch heißt das: Zwei Stäbchen gehören auf gegenüberliegende Seiten des Topfs, nicht nebeneinander. Und Wurzeln, die direkt am Stäbchen liegen, sehen eine Salzkonzentration, die sie schädigen kann, während der Rest des Ballens noch hungert.
Was im Winter passiert
Die Rechnung mit dem Lichtangebot
Im Dezember liefert ein Nordfenster einen Bruchteil des Lichts eines Junitags. Ohne Licht keine Photosynthese, ohne Photosynthese kein Wachstum, und ohne Wachstum kein Nährstoffbedarf.
Nicht aufgenommene Salze bleiben trotzdem im Substrat und reichern sich an. Nach drei Monaten Düngung ohne Verbrauch steht in der Erde ein Vielfaches dessen, was die Wurzeln vertragen.
Genau deshalb steht bei den Stäbchen ausdrücklich, dass im Winter nicht gedüngt wird.
Praktisch heißt das: Der flüssige Dünger lässt sich im Winter auf eine Gabe im Monat oder auf null herunterfahren, das Stäbchen nicht, sobald es in der Erde steckt. Wer im Oktober noch einmal setzt, düngt bis in den Januar hinein.
Wofür welche Form reicht
Dünger wirkt nur so gut wie das Substrat, in dem er landet: In verdichteter, jahrealter Erde erreicht die Nährlösung die Wurzeln kaum. Welche Mischungen das besser können, steht bei den Pflanzenerden. Und wer zuerst wissen will, ob der Ballen überhaupt gleichmäßig durchfeuchtet ist, findet die Messgeräte bei den Feuchtigkeitsmessern.
Wo jede von beiden gewinnt
Für den Flüssigdünger spricht
- Dosis jederzeit anpassbar
- Gleichmäßige Verteilung im ganzen Ballen
- Wirkt sofort bei akutem Mangel
- Ein Liter reicht für rund hundert Gaben
- Im Winter einfach zurückzufahren
Für die Stäbchen spricht
- Drei Monate ohne weiteres Zutun
- Nichts abzumessen, nichts zu verwechseln
- Natürlicher Guano als Nährstoffquelle
- Auch für Teichpflanzen vorgesehen
- Stick zum Vorbohren liegt bei
Beide teilen dieselbe Gefahr, und sie heißt Überdüngung. Braune, vertrocknet wirkende Blattränder bei feuchter Erde sind fast immer ein Salzschaden und keine Trockenheit. Wer den Verdacht hat, spült den Ballen: Topf in die Dusche, lauwarmes Wasser langsam durchlaufen lassen, bis unten das Mehrfache des Topfvolumens abgeflossen ist, und danach vier bis sechs Wochen gar nicht düngen. Bei Stäbchen kommen sie vorher aus der Erde, sonst ist das Spülen umsonst.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zum Düngen von Zimmerpflanzen
Woran erkennt man Nährstoffmangel?
An gleichmäßig hellgrünen bis gelben älteren Blättern bei Stickstoffmangel und an gelben Blattflächen mit grün bleibenden Adern bei Eisenmangel. Kaliummangel zeigt sich an braunen Rändern der älteren Blätter. Wichtig ist die Unterscheidung: Sind die jungen Blätter betroffen, fehlt ein Nährstoff, der in der Pflanze nicht wandert, sind es die alten, fehlt einer, den sie umlagern kann.Darf man frisch umgetopfte Pflanzen düngen?
Nein, mindestens sechs bis acht Wochen nicht. Handelsübliche Blumenerde ist bereits aufgedüngt und trägt die Pflanze über diesen Zeitraum. Wer sofort nachlegt, riskiert genau den Salzschaden, den er verhindern will.Kann man Dünger überdosieren, wenn man selten gießt?
Ja, sogar besonders leicht. Der Dünger wird pro Liter Gießwasser dosiert, aber die Pflanze nimmt ihn pro Zeit auf. Wer alle drei Wochen gießt und jedes Mal die volle Dosis gibt, bringt dieselbe Salzmenge in kürzerer Zeit ein, wenn er das Intervall irgendwann verkürzt. Als Faustregel gilt bei seltenem Gießen die halbe Konzentration.Brauchen Pflanzen in Granulat oder Hydrokultur denselben Dünger?
Nein. Granulat und Hydrokultur speichern keine Nährstoffe, deshalb kommt dort spezieller Dünger ins Wasser, meist in geringerer Konzentration und dafür bei jedem Gießen. Normale Blumenerde puffert dagegen, sie verzeiht eine zu hohe Gabe eher.Was bringt Guano gegenüber mineralischem Dünger?
Guano bringt die Nährstoffe in organisch gebundener Form ein, die Bodenlebewesen erst aufschließen müssen. Das wirkt langsamer und gleichmäßiger, verzeiht Überdosierung eher und schadet dem Bodenleben weniger. Bei akutem Mangel ist der mineralische Dünger schneller, weil seine Salze sofort pflanzenverfügbar sind. Weitere Grundlagen dazu stehen im Ratgeber zur erfolgreichen Pflanzenzucht.Die Entscheidung in einem Satz
COMPO Grünpflanzendünger und Palmendünger Spezial Flüssigdünger 1 Liter
Wer seine Pflanzen ohnehin regelmäßig gießt, nimmt die flüssige Form, weil sie sich gleichmäßig im ganzen Ballen verteilt, bei Mangel sofort wirkt und im Winter einfach heruntergefahren werden kann, statt drei Monate lang weiterzudüngen. Wer dagegen ehrlich zu sich ist und weiß, dass er das Abmessen nach zwei Wochen sein lässt, fährt mit den Stäbchen besser, weil ein dreimal im Jahr gesetztes Stäbchen mehr wert ist als ein Flüssigdünger, der im Schrank stehen bleibt. Der einzige echte Fehler ist, beides gleichzeitig zu geben.


