FECiDA Klemmleuchte oder Kullsinss Standleuchte: Welche Pflanzenlampe wohin passt?

Zwei Pflanzenlampen mit Zeitschaltuhr für dieselbe Aufgabe: Zimmerpflanzen durch einen deutschen Winter bringen. Die eine klemmt sich an eine Kante und richtet einen gebündelten Kegel auf die Pflanze, die andere steht auf einem eigenen Fuß und lässt sich auf bis zu vierundneunzig Zentimeter ausfahren. Daran hängt, welche Pflanze überhaupt erreicht wird und wie viel Licht unten ankommt.
Wer erst noch sortiert, welche Bauform zum eigenen Standort passt, findet den Überblick bei den LED-Pflanzenlampen mit Zeitschaltuhr. Hier stehen die beiden Bauarten mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Klemmleuchte, wenn es eine Kante gibtRegalbrett, Tischplatte oder Fensterbank, dazu 126 LEDs und ein gebündelter Kegel von sechzig Grad genau auf die Pflanze
- Die Standleuchte, wenn die Pflanze auf dem Boden stehteigener Fuß, Teleskopstange von fünfundzwanzig bis vierundneunzig Zentimetern und ein Kabel von rund zweieinhalb Metern
- Beide schalten sich täglich selbst ein und aus, die eine nach vier, acht oder zwölf Stunden, die andere nach sechs, zwölf oder sechzehn
Die zwei Kandidaten
FECiDA Klemmleuchte
27 Watt an der Kante
Kullsinss Standleuchte
Bis 94 Zentimeter hoch
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | FECiDA Klemmleuchte | Kullsinss Standleuchte |
|---|---|---|
| Befestigung | Klemme, braucht eine Kante | Standfuß oder Erdspieß |
| Anzahl LEDs | 126 | 80 |
| Leistung | 27 W | keine Angabe |
| Lichtstrom | 3000 lm | keine Angabe |
| Spektrum | Vollspektrum, nicht beziffert | 380 bis 780 nm, LEDs einzeln benannt |
| Abstrahlwinkel | 60 Grad, gebündelt | keine Angabe |
| Timer | 4, 8 oder 12 Stunden | 6, 12 oder 16 Stunden |
| Dimmstufen | keine Angabe | 5 |
| Lichtmodi | keine Angabe | 3 |
| Ausrichtung | 360-Grad-Schwanenhals | Teleskop von 25 bis 94 cm |
| Kabellänge | keine Angabe | 243 cm |
| Bodenschutz | keine Angabe | Schwammpolster unter dem Sockel |
| Modell | ZH_GL_RH | BL-J20A |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Modellen. Die Leistungsaufnahme der Standleuchte ist nicht beziffert, ebenso wenig ihr Lichtstrom; die Angaben lassen sich deshalb nicht direkt gegenüberstellen. Die weiter unten gerechneten Werte für Lichtmenge und Ausleuchtung beruhen auf Faustumrechnungen und sind Größenordnungen, keine Messwerte. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum Lumen für Pflanzen die falsche Einheit sind
Die Rechnung mit der Umrechnung
Lumen misst Helligkeit für das menschliche Auge. Das ist im Grünen am empfindlichsten, also genau in dem Bereich, den Blätter zurückwerfen und kaum nutzen.
Pflanzen zählt man deshalb in Mikromol Photonen je Sekunde. Für weißes LED-Licht rechnet man grob mit siebzig Lumen je Mikromol pro Sekunde, ein Faustwert, der je nach Spektrum um ein Drittel abweichen kann.
3000 Lumen ergeben damit rund dreiundvierzig Mikromol je Sekunde. Bezogen auf siebenundzwanzig Watt sind das etwa 1,6 Mikromol je Joule, ein für diese Preisklasse üblicher Wert.
Praktisch heißt das: Eine Lampe mit hoher Lumenzahl und viel Weißanteil kann für das Auge heller wirken und trotzdem weniger für die Pflanze leisten als eine unscheinbare mit hohem Rotanteil.
Wie viel Licht wirklich auf dem Blatt ankommt
Die Rechnung mit dem Kegel
Ein Abstrahlwinkel von sechzig Grad beleuchtet in dreißig Zentimetern Abstand einen Kreis von rund fünfunddreißig Zentimetern Durchmesser, also nicht ganz ein Zehntel Quadratmeter.
Verteilt man dreiundvierzig Mikromol je Sekunde auf diese Fläche, kommen rechnerisch über vierhundert Mikromol je Quadratmeter und Sekunde an, ein Wert wie an einem hellen Tag im Halbschatten.
In sechzig Zentimetern Abstand ist der Kreis siebzig Zentimeter breit und die Fläche viermal so groß, es bleiben rund hundert Mikromol übrig. Über zwölf Stunden sind das etwa 4,5 Mol Tageslichtsumme, knapp unter dem, was Grünpflanzen brauchen.
Praktisch heißt das: Der Abstand entscheidet mehr als die Wattzahl. Wer die Lampe aus optischen Gründen weit weg hängt, kann sie auch ausgelassen lassen.
Wo eine Klemmleuchte scheitert
Die Rechnung mit der Bauhöhe
Eine Klemme braucht eine Kante von wenigen Zentimetern Stärke. Ein Regalbrett, eine Tischplatte, ein Fensterbrett bieten die, ein freistehender Kübel auf dem Boden nicht.
Eine Monstera von achtzig Zentimetern Höhe in einem vierzig Zentimeter hohen Gefäß braucht Licht aus rund einem Meter zwanzig über dem Boden. Die Teleskopstange der Standleuchte reicht bis vierundneunzig Zentimeter, also bis knapp unter die Blattkrone.
Das Kabel von 243 Zentimetern legt zugleich fest, wie weit die Lampe von der Steckdose entfernt stehen darf, ohne eine Verlängerung.
Praktisch heißt das: Bei Bodenpflanzen über einem Meter Gesamthöhe kommt keine der beiden von oben heran, und dann wird seitlich beleuchtet. Für alles darunter entscheidet schlicht, ob eine Klemmkante in Reichweite ist.
Wofür welche Lampe reicht
Wer mehrere Pflanzen unter Licht stellen will, denkt die Fläche gleich mit: Welche Aufbauten dafür taugen, steht bei den Pflanzenregalen. Und wer wissen will, was der Unterschied zwischen zwei Leistungsstufen derselben Bauart ausmacht, findet die Zahlen im Vergleich der beiden SANSI-Lampen.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die Klemmleuchte spricht
- 126 LEDs und 3000 Lumen beziffert
- Gebündelte sechzig Grad statt Streulicht
- Schwanenhals mit voller Beweglichkeit
- Nimmt keine Stellfläche weg
- Passt an jedes Regalbrett
Für die Standleuchte spricht
- Braucht keine Kante zum Klemmen
- Teleskop von fünfundzwanzig bis vierundneunzig Zentimetern
- Timerstufe mit sechzehn Stunden für die Anzucht
- Fünf Dimmstufen und drei Lichtmodi
- Kabel von rund zweieinhalb Metern
Beide teilen dieselbe Lücke im Datenblatt: Keiner der Hersteller nennt PPFD oder Tageslichtsumme, also genau die Werte, an denen sich Pflanzenlicht messen lässt. Lumen und LED-Anzahl sagen darüber wenig, und die Wattzahl ist nur eine Obergrenze. Wer sicher gehen will, misst nicht nach, sondern beobachtet die Pflanze: gestreckte Triebe mit großen Abständen zwischen den Blättern heißen zu wenig Licht, bleiche oder verbrannte Blattspitzen heißen zu viel oder zu nah.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Pflanzenlampen
Wie viele Stunden am Tag muss die Lampe laufen?
Für Grünpflanzen reichen zwölf Stunden, für Anzucht und fruchtende Arten sind sechzehn besser. Länger ist nicht automatisch besser: Die meisten Pflanzen brauchen eine echte Dunkelphase von mindestens sechs Stunden, in der sie Stoffe umlagern. Vierundzwanzig Stunden Licht schaden mehr, als sie nützen.Reicht eine normale LED-Glühbirne nicht auch?
Für das Überleben einer anspruchslosen Pflanze im Notfall ja, für Wachstum kaum. Haushaltslampen liefern typischerweise ein Zehntel bis ein Fünftel der Photonenmenge einer Pflanzenlampe gleicher Wattzahl im Blattbereich, weil sie das Licht in alle Richtungen streuen statt zu bündeln.Warum ist das Licht mancher Lampen pink?
Weil sie nur rote und blaue LEDs verbauen, also genau die Wellenlängen, die Chlorophyll am stärksten aufnimmt. Das ist effizient, aber im Wohnraum unangenehm und macht es unmöglich, den Zustand der Blätter zu beurteilen. Vollspektrumlampen mit weißem Licht verlieren etwas Effizienz und gewinnen dafür Alltagstauglichkeit.Wie nah darf die Lampe an die Pflanze?
Bei den hier genannten Leistungsklassen sind zwanzig bis dreißig Zentimeter üblich und unproblematisch, weil LEDs kaum Wärme nach vorne abgeben. Der Test ist die eigene Hand: Wird sie an der Blattposition spürbar warm, ist die Lampe zu nah.Braucht eine Pflanze im hellen Südfenster überhaupt Zusatzlicht?
Im Sommer nein, im Winter oft doch. Zwischen November und Februar liefert selbst ein Südfenster nur einen Bruchteil der sommerlichen Lichtmenge, und genau dann strecken sich viele Zimmerpflanzen. Weitere Grundlagen dazu stehen im Ratgeber zur erfolgreichen Pflanzenzucht.Die Entscheidung in einem Satz
Kullsinss Pflanzenlampe LED Vollspektrum 94 cm höhenverstellbar mit 80 LEDs und Zeitschaltuhr
Wer eine Pflanze auf dem Boden oder frei im Raum stehen hat, nimmt die Standleuchte, weil sie ohne Klemmkante auskommt, sich von fünfundzwanzig bis vierundneunzig Zentimeter an jede Wuchshöhe anpassen lässt und mit sechzehn Stunden Timerstufe auch Anzucht abdeckt. Wer dagegen ein Regal oder eine Fensterbank bestückt, ist mit der Klemmleuchte besser bedient, deren gebündelter Kegel das Licht dorthin bringt, wo es gebraucht wird, statt es im Zimmer zu verteilen. Beide Hersteller schweigen zur einzigen Zahl, die wirklich zählt, und deshalb bleibt der Abstand zur Pflanze die wichtigste Stellschraube.



