SANSI 15W oder 24W: Welche Pflanzenlampe reicht?

Zwei Pflanzenlampen derselben Baureihe, beide mit E27-Fassung, beide mit Vollspektrum von 400 bis 780 Nanometern und 60 Grad Abstrahlwinkel. Der Unterschied steht auf der Packung: neun Watt. Was er wirklich bedeutet, steht im Datenblatt, und dort führt er zu einem Ergebnis, das die Wattzahl allein nicht verrät.
Wer erst noch die Bauformen sortiert, findet den Überblick bei den Pflanzenlampen. Hier stehen die beiden Leistungsstufen mit ihren Lichtwerten nebeneinander.
- Die 15-Watt-Lampe liefert je aufgenommener Wattstunde rund ein Fünftel mehr Licht und passt mit PAR25-Bauform in die meisten vorhandenen Fassungen
- Die 24-Watt-Lampe bringt mit 36,2 statt 27 Mikromol in der Sekunde absolut mehr Licht ins Zimmer und trägt zwei Jahre Zusicherung
- Wichtiger als beide Zahlen ist der Abstandauf 60 statt 30 Zentimeter fällt die Lichtmenge auf ein Viertel, egal welche Lampe hängt
Die zwei Kandidaten
SANSI 15 W
Die effizientere, kompakte Bauform
SANSI 24 W
Mehr Licht, größerer Kolben
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | SANSI 15 W | SANSI 24 W |
|---|---|---|
| Leistungsaufnahme | 15 W | 24 W |
| Lichtstrom für Pflanzen (PPF) | 27 µmol/s | 36,2 µmol/s |
| PPFD in 30 cm | 153 µmol/s/m² | 177 µmol/s/m² |
| Lichtausbeute | rund 1,80 µmol/J | rund 1,51 µmol/J |
| Spektrum | 400 bis 780 nm, Ra nahe 100 | 400 bis 780 nm, Ra nahe 100 |
| Abstrahlwinkel | 60 Grad mit Linse | 60 Grad mit Linse |
| Bauform | PAR25, rund 7 cm Durchmesser | BR30, rund 11 cm Durchmesser |
| Bauhöhe | rund 10 cm | rund 13 cm |
| Gehäuse | Keramik, V0, Korrosionsgrad WF2 | Keramik, COC-Technologie |
| Zusicherung | keine Angabe | 2 Jahre |
| Fassung | E27 | E27 |
| Modell | C23ZW004-V0015A27 | C21GL-CE27-24W |
Werte nach den Angaben von SANSI zu beiden Leistungsstufen. Die Lichtausbeute in Mikromol je Joule ist nicht angegeben, sondern aus PPF und Leistungsaufnahme errechnet. Die Angabe zur PPFD bezieht sich beim Hersteller auf einen Fuß Abstand, hier auf dreißig Zentimeter gerundet. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Ob das Licht für die Pflanze reicht
Die Rechnung mit der Tageslichtsumme
Aus der Lichtstärke wird die Tagesmenge, indem man sie mit der Brenndauer multipliziert. 153 Mikromol in der Sekunde über zwölf Stunden ergeben rund 6,6 Mol je Quadratmeter am Tag.
Die stärkere Lampe kommt unter denselben Bedingungen auf rund 7,6 Mol.
Grünpflanzen im Wohnraum sind mit sechs bis zehn Mol gut versorgt. Kräuter und fruchtende Pflanzen brauchen eher zwölf bis zwanzig.
Praktisch heißt das: Für Monstera, Efeutute und Farn reicht schon die kleinere Lampe bei zwölf Stunden Brenndauer. Für Basilikum, Chili oder Tomatenjungpflanzen reicht keine von beiden allein.
Warum die Aufhängehöhe wichtiger ist als die Wattzahl
Die Rechnung mit dem Abstand
Lichtstärke fällt mit dem Quadrat der Entfernung. Wer den Abstand von dreißig auf sechzig Zentimeter verdoppelt, viertelt die ankommende Menge.
Aus 153 werden dann 38 Mikromol, aus 177 werden 44.
Die stärkere Lampe in sechzig Zentimetern Höhe liefert damit weniger als ein Drittel dessen, was die schwächere in dreißig Zentimetern schafft.
Praktisch heißt das: Wer zwischen den beiden Leistungsstufen schwankt, sollte zuerst prüfen, wie tief die Lampe überhaupt hängen darf. Zwanzig Zentimeter tiefer aufhängen bringt mehr als neun Watt mehr kaufen.
Was zwei kleine Lampen gegen eine große können
Die Rechnung mit der Lichtausbeute
Aus PPF und Leistung ergibt sich die Ausbeute: 27 geteilt durch 15 sind 1,80 Mikromol je Joule, 36,2 geteilt durch 24 sind 1,51.
Die kleinere Lampe macht aus derselben Energie rund neunzehn Prozent mehr Pflanzenlicht.
Zwei Stück davon ziehen 30 statt 24 Watt und liefern zusammen 54 statt 36,2 Mikromol in der Sekunde, verteilt auf zwei Lichtkegel statt einen.
Praktisch heißt das: Sobald mehr als eine Pflanze versorgt werden soll, sind zwei kleine Lampen der stärkeren einzelnen überlegen, in der Menge wie in der Verteilung. Eine einzelne Pflanze im Regal spricht dagegen für die große.
Wofür welche Leistungsstufe reicht
Wer die Brenndauer nicht selbst im Blick behalten will, findet die Bauarten mit fester Schaltuhr bei den LED-Pflanzenlampen mit Zeitschaltuhr. Für Aussaat und Stecklinge lohnt sich der Blick auf die Anzuchtstationen, weil dort Licht und Wärme zusammen geregelt werden.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die 15 W spricht
- Rund 1,80 statt 1,51 Mikromol je Joule
- PAR25 passt in engere Leuchten
- Rund drei Zentimeter kürzer
- Korrosionsschutzgrad WF2 angegeben
- Zwei Stück schlagen eine große Lampe
Für die 24 W spricht
- 36,2 statt 27 Mikromol in der Sekunde
- 177 statt 153 Mikromol je Quadratmeter
- Ein Lichtkegel statt zwei Fassungen
- Zwei Jahre Zusicherung angegeben
- Reserve, wenn die Lampe hoch hängt
Beide Bauformen teilen dieselbe Einschränkung: Sie gehören nicht in einen geschlossenen Lampenschirm. Die Keramik leitet die Wärme nach außen ab, und wenn sie dort nicht wegkann, sinkt die Lebensdauer deutlich. Eine offene Fassung oder eine Klemmleuchte mit Reflektorschale ist die richtige Umgebung, ein geschlossener Glaskolben die falsche.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Pflanzenlampen
Wie lange soll die Lampe täglich brennen?
Zwölf bis vierzehn Stunden sind der übliche Rahmen für Zimmerpflanzen im Winter. Länger bringt selten mehr, weil die meisten Pflanzen eine Dunkelphase für den Stoffwechsel brauchen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: eine feste Schaltzeit wirkt besser als eine längere, aber schwankende Beleuchtung.Reicht eine normale LED-Birne auch?
Für das Auge sieht sie ähnlich aus, für die Pflanze nicht. Entscheidend ist die Menge im Bereich von 400 bis 700 Nanometern, und die wird als PPF in Mikromol je Sekunde angegeben. Eine Haushaltsbirne nennt nur Lumen, was die Empfindlichkeit des menschlichen Auges gewichtet und über den Pflanzennutzen nichts aussagt.Wird die Lampe der Pflanze zu heiß?
Bei diesen Keramiklampen nicht, solange ein Handbreit Abstand bleibt. Der Hersteller weist ausdrücklich auf geringe Infrarotabstrahlung hin. Wer sicher gehen will, hält die Hand für eine Minute auf Blatthöhe: Was sich dort deutlich warm anfühlt, ist auch für das Blatt zu warm.Verändert das Licht die Blattfarbe?
Das Vollspektrum dieser Lampen liegt nahe am Tageslicht, deshalb bleiben die Farben im Raum natürlich. Reine Rot-Blau-Lampen färben Blätter und Wohnzimmer violett, arbeiten aber nicht besser. Für den Wohnraum ist Vollspektrum die praktikablere Wahl, für einen geschlossenen Anzuchtschrank spielt die Optik keine Rolle. Mehr zu den Grundlagen steht im Ratgeber zur erfolgreichen Pflanzenzucht.Wie viele Pflanzen deckt eine Lampe ab?
Bei sechzig Grad Abstrahlwinkel leuchtet die Lampe aus dreißig Zentimetern Höhe einen Kreis von rund fünfunddreißig Zentimetern Durchmesser aus. Das ist ein Topf, allenfalls zwei kleine nebeneinander. Wer ein ganzes Regalbrett versorgen will, braucht mehrere Lichtquellen oder eine Leiste statt einer Birne.Die Entscheidung in einem Satz
SANSI 15W LED Pflanzenlampe Vollspektrum E27 Grow Light für Zimmerpflanzen
Für den Regelfall im Wohnraum ist die kleinere Lampe die bessere Wahl, weil sie je Wattstunde rund ein Fünftel mehr Pflanzenlicht abgibt, in engere Fassungen passt und im Doppelpack mehr Licht auf mehr Fläche bringt als eine einzelne große. Die 24-Watt-Ausführung lohnt dort, wo nur eine Fassung zur Verfügung steht, die Lampe nicht tiefer gehängt werden kann oder eine einzelne große Pflanze den ganzen Kegel füllt. Wichtiger als die Entscheidung zwischen beiden bleibt die Aufhängehöhe: dreißig statt sechzig Zentimeter vervierfachen die ankommende Lichtmenge.



