Gardena AquaBloom oder Urlaubsbewaesserung 1265: welches Set passt?

Zwei Bewässerungssets desselben Herstellers, beide für den Balkon, beide ohne Wasserhahn. Das eine holt seinen Strom aus einem Solarpanel und drei Akkuzellen, das andere aus der Steckdose über einen isolierten Transformator. Daran hängt mehr als die Frage nach dem Kabel: Es entscheidet, wie viele Pflanzen versorgt werden und wie fein sich die Menge steuern lässt.
Wer die Bauformen erst noch grundsätzlich sortiert, findet den Überblick zu Bewässerungssystemen für Balkone. Hier stehen die beiden Gardena-Sets mit ihren Lieferumfängen nebeneinander.
- AquaBloom, wenn es auf dem Balkon keine Steckdose gibtSolarpanel, Pumpe und Steuerung in einem Gehäuse, drei Akkuzellen als Puffer, bis zu vier Meter Förderhöhe
- Urlaubsbewässerung 1265, wenn Strom da ist und viele Töpfe versorgt werden sollenbis 36 Pflanzen, drei Verteiler mit je zwölf Ausgängen und 39 Meter Schlauch im Set
- Beideunabhängig vom Wasserhahn, das Wasser kommt aus Tonne, Eimer oder Reservoir
Die zwei Kandidaten
Gardena AquaBloom
Solar, ohne jeden Anschluss
Gardena 1265-20
Netzbetrieb, bis 36 Pflanzen
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | AquaBloom 13300-20 | Urlaubsbewässerung 1265-20 |
|---|---|---|
| Pflanzen | bis 20 | bis 36 |
| Energiequelle | Solarpanel plus 3 AA-Akkus | Transformator an der Steckdose |
| Steckdose nötig | nein | ja |
| Akkukapazität | 3 x 1,2 V, 2.400 mAh | entfällt |
| Förderhöhe | bis 4 m | keine Angabe |
| Schlauch im Set | 20 m Verteilerrohr | 9 m Verteil- plus 30 m Tropfschlauch |
| Verteiler | 8 T-Stücke, 8 Verschlussstopfen | 3 Verteiler mit je 12 Ausgängen |
| Steuerung | Bewässerungssteuerung integriert | feste Zeitschaltuhr, 1 Minute am Tag |
| Programmierung | über die Steuereinheit | keine, sofort einsatzbereit |
| Filter enthalten | ja | keine Angabe |
| Schlauchhalter | 15 | 36 |
| Einsatz drinnen | keine Angabe | ausdrücklich drinnen und draußen |
| Modell | 13300-20 | 1265-20 |
Werte nach den Angaben von Gardena zu beiden Sets. Die Rechnung zur Tagesmenge weiter unten arbeitet mit einer angenommenen Tropferleistung von zwei Litern in der Stunde, weil der Hersteller für dieses Set keine Durchflussmenge je Ausgang nennt; die Annahme ist als solche gekennzeichnet. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum das Solarset auch bei Regenwoche läuft
Die Rechnung mit den drei Akkuzellen
Drei Zellen mit 1,2 Volt und 2.400 Milliamperestunden speichern rund 8,6 Wattstunden.
Zwei Liter Wasser vier Meter hoch zu heben kostet physikalisch rund 78 Joule, also 0,022 Wattstunden. Selbst wenn die Pumpe nur ein Zehntel davon in Nutzarbeit umsetzt, bleiben es 0,22 Wattstunden je Durchgang.
Der geladene Akkusatz trägt damit rechnerisch rund vierzig Bewässerungen ohne einen einzigen Sonnenstrahl.
Praktisch heißt das: Die Herstelleraussage, das Set arbeite auch bei bedecktem Wetter, ist keine Marketingfloskel. Der Engpass ist nicht die Energie, sondern der Wasservorrat in der Tonne.
Was eine Minute Laufzeit am Tag bedeutet
Die Rechnung mit der Tagesmenge
Das Netzset öffnet die Pumpe einmal täglich für genau eine Minute. Die Menge je Pflanze regelt allein der Verteilerausgang.
Bei einer angenommenen Tropferleistung von zwei Litern in der Stunde sind das rund 33 Milliliter je Ausgang und Tag, über 36 Ausgänge etwa 1,2 Liter insgesamt.
Eine Zimmerpflanze im 12er Topf kommt damit gut zurecht. Ein bepflanzter Balkonkasten im August verdunstet ein Vielfaches davon.
Praktisch heißt das: Die feste Minute ist für Zimmerpflanzen und schattige Balkone ausgelegt. Wer Südbalkon und volle Kästen hat, braucht die einstellbare Steuerung, nicht die höhere Pflanzenzahl.
Warum die Meterzahl wichtiger ist als die Pflanzenzahl
Die Rechnung mit der Schlauchlänge
Auf einem sechs Meter langen Balkon läuft die Hauptleitung einmal hin und zurück, das sind schon zwölf Meter.
Für jeden Topf kommt eine Stichleitung dazu, im Schnitt anderthalb Meter. Bei zwanzig Töpfen sind das dreißig Meter allein für die Abzweige.
Das Solarset bringt zwanzig Meter mit, das Netzset neununddreißig. Die genannten zwanzig versorgbaren Pflanzen sind damit rechnerisch möglich, aber nicht mit dem beiliegenden Rohr.
Praktisch heißt das: Bei mehr als etwa zwölf verteilten Töpfen gehört Verteilerrohr nachgekauft, egal welches Set es wird. Die Pflanzenzahl auf der Verpackung beschreibt die Pumpe, nicht den Lieferumfang.
Wofür welches Set reicht
Wer gar keine Pumpe im Spiel haben will, findet die rein physikalische Lösung im Vergleich Blumat Classic gegen Tropf-Blumat. Und wer nur einzelne Töpfe versorgt, ist mit einem System für Topfpflanzen meist schneller am Ziel als mit einem Balkonset.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für AquaBloom spricht
- Kein Stromanschluss nötig
- Akkupuffer für bedeckte Tage
- Bis vier Meter Förderhöhe angegeben
- Menge und Takt einstellbar
- Filter gehört zum Lieferumfang
Für die 1265-20 spricht
- Bis 36 Pflanzen statt 20
- 39 statt 20 Meter Schlauch im Set
- Drei Verteiler mit je zwölf Ausgängen
- Keine Programmierung notwendig
- Für drinnen ausdrücklich freigegeben
Beide Sets teilen dieselbe Schwachstelle: Das Wasser kommt aus einem offenen Behälter, und dort bilden sich Algen und Schwebstoffe, die die feinen Tropfer zusetzen. Ein Filter am Ansaugpunkt ist Pflicht, ein abgedeckter Behälter hilft zusätzlich. Wer im Urlaub sicher sein will, lässt das System eine Woche vorher probelaufen und prüft mit einem Feuchtigkeitsmesser, ob unten in jedem Topf tatsächlich Wasser ankommt.



