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Bluetooth oder WLAN: Welcher Bodensensor für Pflanzen?

Zwei Bodensensoren, beide mit App, beide mit austauschbaren Batterien, beide für den Topf und das Beet. Der eine funkt über Bluetooth und braucht dafür ein Handy in Reichweite, der andere hängt direkt im heimischen WLAN und meldet sich auch aus dem Urlaub. An dieser einen Entscheidung hängt, ob das Gerät den Finger in der Erde tatsächlich ersetzt.

Wer erst noch grundsätzlich sortiert, welche Bauart überhaupt in Frage kommt, findet den Überblick bei den Feuchtigkeitsmessern. Hier stehen die beiden vernetzten Sensoren mit ihren Datenblättern nebeneinander.

Die Kurzantwort
Die Entscheidung fällt am Funk, nicht am Sensor.
  • Royal Gardineer ZX-8890, wenn kein WLAN in der Nähe istBluetooth bis zehn Meter, bezifferter Messbereich von minus zehn bis sechzig Grad und null bis hundert Prozent, bis zu vier Monate Batterielaufzeit
  • RISOON NAS-STHO3W, wenn der Sensor von unterwegs erreichbar sein soll2,4-GHz-WLAN ohne Hub, Verlauf nach Tag, Monat und Jahr, Grenzwertalarme und Messintervall von einer bis dreißig Minuten
  • BeideBodenfeuchte plus Temperatur, wetterfestes Gehäuse, Batterie statt Kabel

Die zwei Kandidaten

Royal Gardineer ZX-8890

Bluetooth, ohne Netzwerk

Ohne WLAN
Royal Gardineer Bodensensor mit Bluetooth und App, ZX-8890
Royal Gardineer Bodensensor mit Bluetooth und App, ZX-8890Bluetooth bis zehn Meter, Feuchte von null bis hundert Prozent und Temperatur von minus zehn bis sechzig Grad, IPX5, drei AAA-Zellen für bis zu vier Monate.

RISOON NAS-STHO3W

WLAN, Verlauf und Alarme

Mit Fernzugriff
RISOON WLAN Bodenfeuchtesensor mit Bodentemperatur, Smart Life App
RISOON WLAN Bodenfeuchtesensor mit Bodentemperatur, Smart Life App2,4-GHz-WLAN ohne separaten Hub, einstellbares Messintervall von einer bis dreißig Minuten, Verlaufsanzeige mit Datenexport, IP66, zwei AA-Zellen.

Die Daten nebeneinander

MerkmalRoyal Gardineer ZX-8890RISOON NAS-STHO3W
FunkverbindungBluetooth, bis 10 mWLAN 2,4 GHz, ohne Hub
Betrieb ohne Netzwerkjanein, WLAN nötig
Zugriff von unterwegsnur mit optionalem Gatewaydirekt über die App
Gemessene TemperaturUmgebungstemperaturBodentemperatur
Messbereich Temperaturminus 10 bis 60 Gradkeine Angabe
Messbereich Feuchte0 bis 100 Prozentkeine Angabe
Messintervallkeine Angabe1 bis 30 Minuten einstellbar
Verlauf und Exportkeine AngabeTag, Monat, Jahr, Export per Mail
Grenzwertalarmebei niedriger BatterieFeuchte, Temperatur und Batterie
SchutzartIPX5IP66
Stromversorgung3x AAA, bis zu 4 Monate2x AA, austauschbar
Maße und Gewicht240 x 53 x 32 mm, 88 gkeine Angabe
AppELESION, Tuya-kompatibelSmart Life
ModellZX-8890NAS-STHO3W

Werte nach den Angaben der beiden Anbieter zu den genannten Modellen. Beide Sensoren bestimmen die Bodenfeuchte über die elektrische Leitfähigkeit der Erde; eine Messunsicherheit gibt keiner der beiden an. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.

Was aus den Zahlen folgt

Warum ein kurzes Messintervall nichts bringt

Die Rechnung mit dem Takt

Bei einer Minute Intervall misst der Sensor 1.440 mal am Tag, bei dreißig Minuten 48 mal. Das ist der Faktor dreißig, und er geht direkt auf die Batterie.

Ein Topf mit zwei Litern Erde verliert im Wohnraum grob hundert Milliliter am Tag, also rund vier Milliliter in der Stunde. Das sind zwei Promille des Topfinhalts.

Eine Messung alle dreißig Minuten löst diese Veränderung längst auf. Alles darunter erzeugt Zahlenrauschen, keine Information.

Praktisch heißt das: Wer den Sensor auf das längste Intervall stellt, verliert nichts und verlängert die Batterielaufzeit erheblich. Das kurze Intervall ist nur beim ersten Einrichten sinnvoll, um zu sehen, ob überhaupt etwas ankommt.

Was zehn Meter Bluetooth in einer Wohnung bedeuten

Die Rechnung mit der Reichweite

Zehn Meter gelten bei freier Sicht. Jede massive Wand kostet grob die Hälfte der Reichweite, zwei Wände lassen von zehn Metern noch gut zwei übrig.

Wer vier Pflanzen in drei Zimmern stehen hat, muss also mit dem Handy zu jeder einzelnen gehen, um sie abzulesen.

Genau diesen Weg geht man auch, wenn man den Finger zwei Zentimeter in die Erde steckt, und der kostet nichts.

Praktisch heißt das: Der Nutzen eines vernetzten Sensors entsteht erst dort, wo die Daten ohne Ortswechsel ankommen. Bluetooth lohnt sich für einen einzelnen großen Kübel im selben Raum, WLAN für alles darüber.

Warum die Einstichtiefe wichtiger ist als die Anzeige

Die Rechnung mit dem Wurzelballen

Der Bluetooth-Sensor misst 240 Millimeter in der Länge, die Sonde davon einen Teil. Ein Zimmertopf mit zwölf Zentimetern Durchmesser ist rund elf Zentimeter hoch.

Ein Ballen trocknet von oben nach unten aus. Die obersten drei Zentimeter sind nach zwei Tagen staubtrocken, während in fünfzehn Zentimetern Tiefe noch eine Woche lang Wasser steht.

Zwischen beiden Punkten liegen im selben Topf leicht dreißig Prozentpunkte Unterschied in der Anzeige.

Praktisch heißt das: Der Messwert ist nur zusammen mit der Tiefe etwas wert. Der Sensor gehört auf halbe Ballenhöhe, immer an dieselbe Stelle, und die Zahlen sind untereinander vergleichbar, nicht mit denen aus einem anderen Topf.

Mit Verlauf
RISOON WLAN Bodenfeuchtesensor mit Bodentemperatur, Smart Life App
RISOON WLAN Bodenfeuchtesensor mit Bodentemperatur, Smart Life AppDirekt im 2,4-GHz-WLAN ohne zusätzlichen Hub, mit einstellbaren Grenzwerten für Feuchte und Temperatur, Verlauf nach Tag, Monat und Jahr sowie Datenexport per Mail. IP66-Gehäuse und zwei austauschbare AA-Zellen.

Wofür welcher Sensor reicht

Nach Einsatz entschieden
Ein großer Kübel im Wohnzimmer
Im selben Raum reicht Bluetooth, und der Messbereich ist beziffert.
Pflanzen über die ganze Wohnung verteilt
Der Router deckt ab, wo Bluetooth an der zweiten Wand endet.
Kontrolle aus dem Urlaub
Zugriff über die App ohne zusätzliches Gateway, mit Alarm bei zu trockener Erde.
Kein WLAN im Garten oder Gewächshaus
Funktioniert eigenständig, das Handy geht ohnehin mit hinaus.
Veränderung über Wochen beobachten
Verlaufsanzeige nach Tag, Monat und Jahr plus Export für die eigene Auswertung.
Empfindliche Pflanze mit engem Temperaturfenster
Messbereich von minus zehn bis sechzig Grad ist ausdrücklich angegeben.

Wer die Messung gar nicht selbst ablesen, sondern das Gießen abgeben will, findet die passenden Systeme im Vergleich Blumat Classic gegen Tropf-Blumat und in der Übersicht zu Bewässerungssystemen für Topfpflanzen.

Wo jeder von beiden gewinnt

Für den ZX-8890 spricht

  • Läuft ohne Netzwerk und ohne Router
  • Messbereiche für Feuchte und Temperatur beziffert
  • Bis zu vier Monate Batterielaufzeit angegeben
  • Maße und Gewicht dokumentiert
  • An Tuya und Smart Life anschließbar

Für den NAS-STHO3W spricht

  • Zugriff von unterwegs ohne Gateway
  • Grenzwertalarme für Feuchte und Temperatur
  • Verlauf nach Tag, Monat und Jahr
  • Messintervall von einer bis dreißig Minuten
  • IP66 statt IPX5

Beide Sensoren teilen dieselbe physikalische Schwäche: Sie messen nicht Wasser, sondern elektrische Leitfähigkeit. Frisch gedüngte Erde leitet besser und wird deshalb als feuchter angezeigt, obwohl sich am Wassergehalt nichts geändert hat. Wer nach dem Düngen einen Sprung in der Kurve sieht, sollte ihn nicht für Wasser halten und ein paar Tage abwarten, bis sich der Wert wieder einpendelt.

Wenn keiner von beiden passt

Drei Wege daneben
Ohne Strom
Bodenmessgerät 3-in-1,Bodentester für pH, Feuchtigkeit und Fruchtbarkei, Boden Feuchtigkeitsmesser für Gartenarbeit,Rasen,Landwirtschaft und Außen Pflanzen,Kein Batterien erforderlich
Wenn es ohne App und ohne Batterie sein sollBodenmessgerät 3-in-1 für pH, Feuchtigkeit und NährstoffgehaltSonde einstecken, drei Sekunden warten, ablesen. Misst zusätzlich den pH-Wert, arbeitet ohne jede Batterie.
WENDOWERK® [2 Stück Extra Langer Boden Feuchtigkeitsmesser für Pflanzen 40CM [Grün/Grün] - Ohne Batterien - Verbessertes Feuchtigkeitsmessgerät Pflanzen [2026] – Premium Bodentester
Wenn große Kübel gemessen werden sollenWENDOWERK Boden-Feuchtigkeitsmesser für Pflanzen, 40 cm, 2 StückVierzig Zentimeter lange Sonde für tiefere Erdschichten, im Doppelpack und ebenfalls ohne Batterie.
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Wenn die App gleich Sollwerte mitbringen sollXtsuen Bluetooth Bodenfeuchtesensor 2 in 1 mit AppBluetooth-Sensor mit hinterlegten Feuchte- und Temperaturbereichen für gängige Zimmerpflanzen und Alarm beim Überschreiten.

Häufige Fragen zu Bodensensoren

Darf der Sensor dauerhaft in der Erde bleiben?

Die vernetzten Modelle sind genau dafür gebaut, deshalb haben sie wetterfeste Gehäuse. Analoge Messstäbe gehören dagegen nach der Messung wieder heraus, weil ihre blanken Metallsonden in feuchter Erde korrodieren und nach ein paar Wochen falsch anzeigen.

Warum zeigen zwei Sensoren im selben Topf verschiedene Werte?

Weil die Leitfähigkeit von Salzgehalt, Substratart und Einstichtiefe abhängt. Torfige Anzuchterde, mineralisches Substrat und frisch gedüngte Blumenerde liefern bei gleichem Wassergehalt unterschiedliche Anzeigen. Die Zahlen eines Sensors sind untereinander vergleichbar, nicht mit denen eines anderen.

Was ist ein guter Feuchtewert zum Gießen?

Für die meisten Zimmerpflanzen liegt der Punkt zwischen dreißig und vierzig Prozent Anzeige, für Sukkulenten deutlich tiefer, für Farne höher. Sinnvoller als eine feste Zahl ist der eigene Verlauf: einmal gießen, den Wert direkt danach notieren, und beim nächsten Mal gießen, wenn er auf die Hälfte gefallen ist.

Halten die Batterien im Winter draußen?

Alkalizellen verlieren bei Frost deutlich an Kapazität, und die App meldet dann einen niedrigen Stand, obwohl die Zelle bei Zimmertemperatur wieder liefern würde. Wer den Sensor im Winter draußen lässt, sollte Lithiumzellen einsetzen, die bei Kälte stabiler bleiben.

Ersetzt der Sensor den Blick in den Topf?

Nur beim Wasser. Staunässe im Übertopf, verdichtete Erde oder ein durchwurzelter Ballen, der kein Wasser mehr aufnimmt, zeigen sich in keiner Kurve. Wer die Werte über Wochen unerklärlich findet, sollte die Pflanze aus dem Topf heben und den Ballen ansehen.

Die Entscheidung in einem Satz

Fazit
8,4/10Der Vernetztere

RISOON WLAN Bodenfeuchtesensor mit Bodentemperatur, Smart Life App

Wer sich einen Sensor kauft, will die Erde nicht mehr selbst anfassen, und genau das leistet nur das WLAN-Modell, weil Bluetooth spätestens an der zweiten Wand endet und man dann ohnehin am Topf steht. Dazu kommen Verlauf, Export und Grenzwertalarme, die aus einzelnen Messwerten erst eine Aussage machen. Der ZX-8890 ist die richtige Wahl, wo kein Netzwerk liegt, etwa im Gewächshaus oder im Schrebergarten, und er ist der einzige der beiden, der seine Messbereiche überhaupt beziffert.
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